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Literatur

Sonntag, 18. Juni 2006

Sartres Drehbuch: Freud (Le Scénario Freud)

Ich sehe dieses Drehbuch als eine echte Bereicherung der Freudbilder. Sartre hat mit diesem Drehbuch ein Stück weit den Menschen Freud freigelegt und die enge Verknüpfung zwischen der Selbstanalyse und der "Erfindung" der Psychoanalyse dargestellt. Brillant versteht es Sartre Dialoge zu entwerfen und dem Bild Freud eine menschliche, obwohl manchmal historisch nicht ganz korrekte Fassung abzugewinnen. Manchmal lohnt es sich die Biographien und Fachliteraturen zur Seite zu legen und zu einem Drehbuch zu greifen. Bei diesem Buch lohnt es sich. Das mag auch an der gelungenen Übersetzung von Traugott König und Judith Klein liegen. Zum Schluss, zum Vorwort, dass J.-B. Pontalis beisteuert. Pontalis merkt am Ende des Vorwortes etwas an, das sicher auch als Lektüre- bzw. Kritikschlüssel zur Hand genommen werden kann: "Es ist durchaus ein Dokument, das wir hier veröffentlichen: ein wichtiges Stück, das in die Akte der Beziehungen zwischen Freud und Sartre gehört." J.-B. Pontalis: Drehbuch Freud, Drehbuch Sartre. In: Jean Paul Sartre: Freud. Hamburg 1995. S. 30.

Jean Paul Sartre: Freud. Hamburg 1995.

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Dienstag, 13. Juni 2006

Samuel Beckett und Psychoanalyse

Beckett und die Einbeziehung psychoanalytischen Denkens in sein Werk stehen im Vordergrund der Monographie von Phil Baker: Beckett and the Mythology of Psychoanalysis.
Der Autor versucht den Texten Becketts den psychoanalytischen Gehalt nachzuweisen und verdeutlicht diesen an verschiedenen psychoanalytischen Theoremen.
Becketts Interesse an der Psychoanalyse war hingegen nicht nur ein Theoretisches. Wie James Knowlson in seiner Biographie nachweist, hat sich Beckett in London zwei Jahre lang einer psychoanalytischen Behandlung bei Dr. Wilfred Ruprecht Bion unterzogen.
Die Reduktion der Sprache und das sich immer wieder dem Inneren Zuwenden bis hin zu solipsistischen Haltungen dominieren Becketts Texte.

Becketts letzter Text, entstanden 1988, übersetzt von Erika Tophoven-Schöningh. Frankfurt am Main 2000.

Wie soll man sagen (Auszug)

Wahnsinn-
Wahnsinn zu-
zu-
wie soll man sagen-
Wahnsinn zu dem was-
seit-
Wahnsinn seit dem was-
gesetzt-
Wahnsinn gesetzt das was-
angesichts-
...
Vergessen wir nicht – Becketts 100. Geburtstag!!!

Montag, 12. Juni 2006

Entdeckungen auf der Couch

3-89940-848-9_gDie Zeit und der Hörverlag haben eine Hörbuchedition von Freud-Texten herausgegeben:

Träume und Traumdeutung gelesen von Juliane Köhler
Krankengeschichten, die wie Novellen zu lesen sind gelesen von Christiane Paul
Das Unbewusste gelesen von Hannah Schygulla
Ödipuskomplex, Kastrationsangst, Penisneid gelesen von Hans Kremer
Liebesleben, Liebeskrankheit gelesen von Gudrun Landgrebe
Trauer, Wahn, Humor gelesen von Roger Willemsen
Das Interesse an der Psychoanalyse gelesen von Ulrich Noethen
Der Moses des Michelangelo gelesen von Christoph Waltz
Literatur, Religion, Krieg gelesen von Michael Krüger

Auf der Website des Hörverlages findet sich auch eine Hörprobe.

Donnerstag, 8. Juni 2006

Rezension zur Kulturgeschichte seelischer Störungen... sehepunkte6 (historicum.net)

Tobias von Geiso rezensierte für sehepunkte 6 (2006), Nr. 3 [15.03.2006] die bei Klett- Cotta erschienene Monographie zur Kulturgeschichte seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen von Gerhardt Nissen. Stuttgart 2005.
Geiso bescheinigt dem Buch Theologie, Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Psychotherapie zu berücksichtigen, obwohl Nissen die seelischen Störungen vor allem als Bestandteil der Medizin sieht. Das Buch lege umfangreiches Material vom Altertum über die europäische Kulturgeschichte hin zur Moderne vor, so der Rezensent weiter. Geiso spart aber nicht mit Kritik, streicht vor allem die für sein Gefühl zu marginal geratene Behandlung des Themas im Nazismus heraus.6320

Dienstag, 6. Dezember 2005

Michael Rohrwasser: Freuds Lektüren

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Martin Gasteiner, Wien martin.gasteiner@reizschutz.at

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